Welche Logo-Schriftart passt zu deiner Marke?

Die verschiedenen Typen von Schriftarten, und wann man sie verwendet

Wenn Sie ein Logo entwerfen wollen, ist die Wahl der richtigen Schriftart vergleichbar mit der Auswahl der Außenfarbe für Ihr Haus. Sie sollten genau die richtige aussuchen, denn das neue Erscheinungsbild gibt Ihrem Zuhause neue Frische und sagt Ihren Gästen viel über die Menschen, die darin wohnen. Abblätternde Farbe zeugt von einem vernachlässigtem Zuhause; glänzende, lebendige Farben besagt, dass es sich um ein gut gepflegtes Heim handelt.

In der Weise, wie Farben Aussagen über Häuser machen, so werden Schriftarten dazu benutzt, um spezifische Reaktionen hervorzurufen und einzigartige gedankliche Assoziationen mit einer Marke herzustellen. Jede Schriftart hat ihre eigenen Vor- und Nachteile sowie psychologische Bedeutung.

Heutzutage sind Tausende von kostenlosen Schriftarten verfügbar, aber die meisten lassen sich in fünf weite Kategorien aufteilen. Jeder dieser Stile besitzt charakteristische Merkmale und wie der jeweilige eingesetzt bzw. gestaltet wird, spielt eine wichtige Rolle für dessen symbolische Bedeutung – was sich wiederum auf Ihr endgültiges Logodesign auswirkt.

Lesen Sie weiter, um mehr über jede Schriftart zu erfahren, und finden Sie heraus, welcher Stil die richtige Auswirkung auf Ihr Logo hat.

Serifen-Fonts

Serifenschriften

Dies sind die ältesten Schriftarten, von denen die ersten Beispiele bereits im späten 15. Jahrhundert auftauchen. Das Wort „Serife“ bezieht sich auf die kleinen Füße, mit denen die einzelnen Buchstaben oben und unten ausgestattet sind. Diese winzigen Verzierungen sind auf die künstlerischen Pinselstriche zurückzuführen, die den Buchstaben als dekoratives Element hinzugefügt wurden.

Serif-Fonts lassen sich noch weiter in verschiedene Unterkategorien (Alter Stil, Klassik, Neo-Klassisch, Übergang, Clarendon etc.) unterteilen. Heutzutage gehören die Serifen-Fonts zu den beliebtesten gebräuchlichen Schrifttypen, wobei Stile wie „Times New Roman“ überall in Büchern, Dokumenten und sogar in einigen Logos anzutreffen sind.

Diese Schriftart zeichnet sich durch ein eher konservatives Design und (abgesehen einiger der vielen Unterklassen) durch das Vorhandensein von Serifen am oberen und unteren Buchstabenende aus.

Marken, die Serifen verwenden: Zara, Tiffany & Co und Abercrombie & Fitch.

Die Psychologie der Serifen-Fonts: Serifen-Fonts sind beliebt bei Unternehmen, die versuchen, sich als eine elegante, niveauvolle Marke zu präsentieren. Logos mit diesen Schrifttypen stehen für Tradition, Seriosität und Zuverlässigkeit.

Darüber hinaus unterstützen Serifen Unternehmen dabei, etablierter zu erscheinen, und sind ideal zur Vermittlung einer auf Autorität und traditioneller Größe basierenden Identität. Organisationen im akademischen, redaktionellen und finanziellen Bereich bevorzugen Serif-Fonts dank dem konservativen und seriösen Erscheinungsbild.

Serifenlose Fonts

Sans Serif-Schriften

Serifenlose Schriftarten verzichten für einen gradlinigeren, moderneren Ansatz auf die Verzierungen der zuvor genannten und dieser Kontrast macht sie zu einer guten Ergänzung für Serif-Fonts. Sie reichen zurück bis ins 19. Jahrhundert und waren in den 1920er und 30er Jahren äußerst beliebt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelten deutsche Designer mit der Schaffung des beliebten Helvetica-Designs den Schrifttyp noch weiter.

Diese Schriftarten zeichnen sich durch klare, gerade Linien aus. Sie besitzen keine Verzierungen und legen die Betonung zu Gunsten eines skalierbareren Erscheinungsbilds auf Lesbarkeit und Einfachheit. Serifenlose Schriftarten lassen sich ebenfalls in mehrere stilistische Unterkategorien wie u. a. Grotesque, Quadratisch, Geometrisch und Humanistisch aufteilen.

Marken, die serifenlose Fonts verwenden: LinkedIn, Calvin Klein und The Guardian.

Die Psychologie der serifenlosen Fonts: Diese Fonttypen bieten ein gradliniges Erscheinungsbild ohne jeglichen Schnickschnack. Sie betonen Klarheit mit einem zukunftsorientierten Ansatz. – Sie können aber auch ausdrucksstark sein und dank ihres geschliffenen und effizienten Designs als Blickfang dienen. Unternehmen, die sich für diese Schriftfamilie entscheiden, setzen Priorität auf ein Gefühl von Feingefühl und Ehrlichkeit, bei dem Schnörkel oder Flair überflüssig sind.

Slab-Serifen- bzw. Egyptienne-Fonts

Slab Serif-Schriften

Slab-Serifen sind eine Variante der klassischen Serifen-Typografie und traten im 19. Jahrhundert erstmals in Erscheinung. Diese Schrifttypen sind aussagekräftig und betonen die Abkehr von klassischen Varianten. Die für Serifen-Fonts typischen Füße sind größer und blockähnlicher (d. h. sie sehen wie „Platten“ aus).

Kennzeichen dieser Schriftarten ist ihr solider und ausdrucksstarker Ansatz. Man findet sie häufiger in Verbindung mit modernen als klassischen Marken. Diese Fonts können entweder abgerundet oder eckig sein, wobei einige Schreibmaschinenstilen sehr ähnlich sind.

Marken, die Slab-Serif verwenden: Sony, Honda und Volvo.

Die Psychologie der Slab-Serif-Fonts: Bei diesen Schriftarten geht es vor allem um ein lautes, ausdrucksstarkes Image. Sie vermitteln ein Gefühl von Vertrauen, Zuverlässigkeit und kreativem Gedankengut dank ihrer starken Linien und weniger feinen Serifen. Marken, die es darauf anlegen, große Aufmerksamkeit zu erregen oder hervorzuheben, wie innovativ ihre Ideen und Produkte sind, wählen Slab-Serif-Fonts, da sie helfen können, einen Eindruck von Wichtigkeit und Bedarf zu vermitteln.

Script-Fonts

Script-Schriften

Zwanglose Schriftstile wurden im 20. Jahrhundert beliebt und sind, was Verzierungen betrifft, deutlich zurückhaltender.

Diese Schriftarten verzichten auch auf das blockartige Erscheinungsbild und geben einem natürlicheren, kursiven Stil den Vorzug. Script-Fonts teilen sich in zwei große Kategorien auf – formale bzw. informale – und sind so gestaltet, dass sie handschriftlicher Kalligrafie ähneln.

Formale Script-Fonts zeichnen sich durch Verzierungen und Schnörkel, sogenannte „Ornamente“, aus. In der Regel empfiehlt es sich, diese Fonts sparsam zu verwenden, da sie Auswirkungen auf die Lesbarkeit haben können und das Verständnis und die Skalierbarkeit von Wörtern oder Buchstaben eventuell erschweren. Zwanglose Script-Fonts sind zurückhaltender als formale und konzentrieren sich auf die Lesbarkeit.

Marken, die Script-Fonts verwenden: Coca-Cola, Instagram und Cadillac.

Die Psychologie der Script-Fonts: Script-Fonts erwecken in der Regel einen Eindruck von Eleganz, Kreativität, Freiheit und Weiblichkeit. Ihr schwungvoller und ausgeschmückter Stil vermittelt außerdem einen aktiven, persönlichen Ansatz in geschäftlicher Hinsicht. Unternehmen, die eine bestimmte Emotion überbringen möchten, haben die Möglichkeit, mit Script-Fonts große Wirkung zu erzielen. Ebenso eignen sich Script-Fonts perfekt für alle diejenigen, die bemüht sind, einen Hauch von Einzigartigkeit und kunstvollem Gedankengut zu vermitteln.

Dekorative Fonts

Dekorative oder Display-Fonts verzichten auf Konventionen zu Gunsten eines einzigartigen und ansprechenden Schriftbildes. Die meisten dekorativen Schriftarten dienen vielfältigen Branchen und Anforderungen, da sie in der Regel auf die jeweiligen Unternehmen zugeschnitten sind.

Dekorative Fonts werden selten für lange Zeichenketten verwendet. Stattdessen sind sie ideal für Buchstaben- und Wortmarken, die sparsamer mit dem Buchstaben „c“ umgehen.

Diese Schriftarten können manchmal aus der Mode kommen, wenn Ihr Konzept zu aktualitäts- oder nischenbezogen ist. Trotzdem eignen sie sich hervorragend für die Verwendung in Logos.

Marken, die dekorative Fonts verwenden: Toys R’ Us, Lego und Fanta.

Die Psychologie der Script-Fonts: Diese Schriften vermitteln allgemeinhin Einzigartigkeit und betonen Originalität. Außerdem erlaubt ihre Flexibilität den Unternehmen zu entscheiden, auf welche Emotionen sie sich konzentrieren möchten, indem sie verschiedene Schriftarten anpassen und kombinieren. Zu einigen der häufigsten, so erweckten Emotionen zählen das Gefühl von Zwanglosigkeit, Spaß und kreativen Ideen. Sie können auch kulturspezifische Meme, Merkmale oder Themen, die an eine bestimmte Zeit erinnern, wachrufen.

Welche Logo-Schriftart passt zu deiner Marke?

Die Wahl des geeigneten Fonts ist ein entscheidender Aspekt in Hinblick auf jede Markenidentität. Die richtige verleiht Ihrer Marke ein weiteres symbolisches Plus, das dazu beiträgt, die Werte und Ziele Ihres Unternehmens besser zu kommunizieren.

Überlegen Sie auf jeden Fall, wie jede Schriftart und Fontstil Ihrem Markenimage zuträglich ist. Wenn Sie es schaffen, die richtige Mischung von Schriftarten und Designelementen zusammenzustellen, hat Ihre Marke die Möglichkeit, die Geschichte Ihres Unternehmens so wiederzugeben, wie sie erzählt werden sollte.